Hinweis: die Bilder von Nikon Gläsern stammen von der Nikon-Web-Seite.
Mein 1. Zeitalter: Der Einstieg
Meine ersten Gläser
Zusammen mit meiner Einsteigerkamera D40 kaufte ich mir auch zwei Gläser, um einen großen Brennweitenbereich abzudecken – von Weitwinkel bis zum Tele: 18-200 mm.
Die beiden Gläser gibt es in einer neueren Version heute noch und haben immer noch ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis.
- Mein 1. Zeitalter: Der Einstieg
- Mein 2. Zeitalter: High-End-Gläser für APC-C
- Mein 3.Zeitalter: Umstieg auf spiegellos und Vollformat
- Mein 4. Zeitalter: Einstieg in Retro-Gläser
- Mein 5. Zeitalter: Abrunden des Portfolios
- Und was mache ich heute? – Meine Setups
(M)ein erstes neues Glas – ein lichtstarkes Tele
Da ich oft unsere quirligen Hunde fotografierte, wollte ich im Tele-Bereich kürzere Verschlusszeiten. Mittlerweile hatte ich genug Erfahrungen mit den Standard Gläsern und die Grenzen ausgelotet. Also war es Zeit für ein neues Glas. Das neue Tele sollte sehr lichtdurchlässig sein – genannt auch lichtstark. Ich hatte zwei Gläser ins Auge gefasst. Eines von einem Dritt-Hersteller und eines von Nikon.

Ein Sigma hatte es mir angetan: 50-150 mm steht auf dem Objektiv. Ich hatte damals eine APS-C-Kamera, also entsprach das 70 – 210 mm real. Die Lichtstärke war 2,8.
Nur ganz nebenbei: Das Glas verfügt über einen Ultraschallmotor, der leise und schnell ist. Fokus und Zoom liegen innen. D. h. wenn Sie zoomen, bleibt die Linse wo sie ist, das Glas ”fährt” also nicht vor oder zurück. Das ist sehr angenehm, wenn Sie das Glas irgendwo auflegen oder z. B. an ein Gitter halten, um hindurch zu fotografieren.
Es ist ein Objektiv speziell für die digitalen Spiegelreflexfotografie mit einer APC-C-Kamera und damit sehr kompakt und leicht. Der Preis lag damals irgendwo so um die 700,- EUR. Das 50-150er blieb viele Jahre lang meine Lieblingslinse.
Mein 2. Zeitalter: High-End-Gläser für APC-C
Mit der zunehmeden fotografischen Erfahrung und der steigenden Auflösung der Kameras stieß ich irgendwann an die Grenzen der Leistungsfähigkeit meiner Gläser.
SIGMA ART 85 mm F1.4 – Bockehmonster
Ich begann mehr und mehr mit Models zu arbeiten und brauchte eine schnelle Linse im mittleren Telebereich für unsere Hunde. Ich entschied mich für 85 mm – eine klassische Protraitbrennweite. Der APC-C-Sensor machte 130 mm draus. Die Lichtstärke sollte sagenhafte 1,4 betragen. D. h. ich verabschiedete mich von leichten flexiblen Gläsern zu Gunsten von Lichtstärke und Abbildungsleistung.

Dass das Glas dadurch von Größe und Gewicht eher ein Ziegelstein war – war mir egal…und es ist mir auch heute noch egal. Denn die unglaubliche Abbildungsleistung macht – für mich – das Schleppen wett.
Das SIGMA aus der spektakulären „ART“-Linie mit 85 mm und Blende 1,4 leistet mir seit vielen Jahren bis heute Jahren gute Dienste.
Von Samyang zum ZEISS 25 mm Distagon Z*F2 – Besser geht nicht
Weitwinkel – ein Thema für sich. Wenige mm Brennweitenunterscheid machen viel aus. Da ich immer mehr Architektur fotografierte, sollte das Glas auch keinerlei Verzerrung aufweisen. Für den Einsatz auch bei Dämmerung sollte die Lichtstärke auch gut sein. Einzig auf den Autofokus wollte ich verzichten. Denn:
- Weitwinkel auch bei offenen Blende einen großen Schärfebereich
- Die meisten Fotos entstehen auf einem Stativ – also genug Zeit zum Fokussieren. Mein erstes war ein Samyang: Metallgehäuse, tolle Verarbeitung und ein butterweicher Fokusring machten Spaß zu fotografieren. Allerdings konnte ich die Wellenförmige Verzerrung nur mühsam in den Griff bekommen.
Und dann war es soweit: Sonderrabatte bei der Firma Zeiss. Davon träumte ich schon immer und ich investierte in ein 25 mm Distagon Z*F2.

Jeder Fotograf sollte mindestens ein Zeiss Glas besitzen
Was soll ich sagen, Haptik sensationell – Qualität sensationell – Lichtstärke sensationell – Abbildungsleistung sensationell – Verzerrung nicht relevant – aber auch der Preis relativ hoch. Mit dem Glas habe ich schon ein einigen Kursen teilgenommen. Bei den Abschlussbesprechungen wurde ich schon mehrfach von den Trainern angesprochen, mit welches Linse ich solche Abbildungsleistung erreicht habe. Und auch dieses wundervolle Glas habe ich heute noch.
Voigtländer Norton 58 mm F1.4 – Cremetörtchen
Es folgen noch das ein- oder andere Glas, die ich aber wieder nach ein paar Monaten verkauft hatte, weil ich nicht zufrieden war. Aber das Voigtländer blieb. Das Metallgehäuse, die seidenweiche Fokussierung und das unglaublich zarte Bokeh eroberten sehr schnell mein Herz. Auch heute immer bei Portraits dabei.
Meinem „Cremetörtchen“ habe ich sogar einen eigenen Artikel gewidmet: Mein Cremetörtchen
Mein 3.Zeitalter: Umstieg auf spiegellos und Vollformat
Die größten Veränderungen ergaben sich mit dem Umstieg auf die Z7 – es war nicht nur meine erste spiegellose Kamera – es war auch die völlig neue Welt des Vollformartes. Stück für Stück habe ich meinen Objektivpark auf das Z-System und auch auf Vollformat umgebaut. Die Möglichkeiten durch den größeren Bajonettdurchmesser beim Z-System sind bestechend. Mit dabei war das Nikon Z 50 mm / F 1,8, es liefert schon bei Offenbarende über den ganzen Bildausschnitt eine sensationelle Abbildungsleistung. Mit dem 50er fotografiere ich heute sehr oft. Es ist mein Arbeitspferd.

Mehr Weitwinkel braucht das Land. Einigen Experimenten mit Drittherstellern befriedigte mich nicht und so musste mein 1. Glas aus der holy Trinity her: das sagenumwobene Nikon 12-24, F2.8

Das 85er Sigma ART wollte ich eigentlich durch das 135 ART ersetzen. Dann an APS-C war das 85er eigentlich ein 130 er. Aber ich konnte mich von dem 85 er nicht trennen. Das 135er werde ich wahrscheinlich irgendwann wieder verkaufen.
Mein 4. Zeitalter: Einstieg in Retro-Gläser
Mit dem Umstieg auf das spiegellose Z-System eröffnete sich mir plötzlich eine ganz neue Welt: die Welt der Altglases. So kann ich z. B. alte Gläser mit M42 Bajonett adaptieren. Mittlerweile habe ich eine schöne Sammlung und ich liebe das Fotografieren mit den alten Schätzchen. Hier eine kleine Auswahl:
- Legendäres Trioplan 100 mm F 2.8 aus Alu aus 1959 von Meyer Görlitz – es macht ein tolles Seifenblasenbockeh
- Helios 44-2 58 mm F2.0 aus 1980 vom russischen Herstelle Zenit – strudelförmiges Bockeh rund um die Mitte. Vorsicht, davon gibt es viele verschieden Versionen mit großen Qualitätsunterschieden
- Lydith 30 mm F 3.5 aus 1975 von Meyer Görlitz
Mein 5. Zeitalter: Abrunden des Portfolios
Mit dem Umstieg auf Vollformat stand ich vor dem Problem, kein lichtstarkes Tele mehr zu haben. Gerade für die Tiere ein No-Go. Und so entschied ich mich nach langem, hin und her für ein weiteres Glas aus der holy Trinity: das Profi 70-200 mm F 2.8.

Stück für Stück stellte ich meinen Objektivpark auf das Z-Bajonett um. Und so wollte ich mein 105er Makro ersetzen. Mein Plan war der Ersatz durch das entsprechende Laowa Glas mit dem Abbildungsmaßstab 2:1 (!). So richtig konnte mich das Glas nicht überzeugen. Und so ersetzte ich auch mein altes Makro durch seine neue Z-Version.

Nachdem ich bei der Nikon ZFc nicht widerstehen konnte, brauchte ich als Ergänzung zum 50 mm Allrounder, ein leichtes flexibles Zoom. Und so fiel mein Wahl auf der 24-120 mm von Nikon. Die Blende 4 ist nicht wirklich toll, aber ein Zugeständnis an Gewicht und Platzbedarf.

Und was mache ich heute? – Meine Setups
Portrait-/Model-Shooting
Bokeh und klassischen Brennweiten
- Body Nikon Z8
- 2.Body Nikon Z7
- Nikon Z 50 mm F1.8 – Bei Indoor-Shootings geht auch das 35 mm F1.8 mit
- Sigma ART 85 mm F1.4
- Cremetörtchen (Voigtländer 58 mm F1.4)
- Nur zum Warmwerden: Nikon 24-120 mm F 4.0
- Altglas nach Lust und Laune
Lost-Place/Architektur
Weitwinkel und minimale Verzerrung
- Body Nikon Z8
- Nikon Z 50 mm F1.8
- Zeiss 25 mm F 2
- Nikon Z 12-24 mm F 2.8
- Für entfernte Details Sigma ART 85 mm F 1.4
Hunde im Motion
Schnell und Tele
- Body Nikon Z8
- Nikon Z 50 mm F 1.8 für Portraits
- Nikon Z 70-200 mm F 2.8
Urlaub
Klein, leicht, flexibel
- Body APS-C Nikon Zfc
- Nikon Z 50 mm F 1.8
- Nikon Z 25-120 mm F1.4
Nehmen Sie sich das bitte nicht zum Vorbild! Es sind die Setups mit dem ich momentan glücklich bin, da mir die Abbildungsqualität wichtiger als Komfort und Flexibilität. Gerade die Gläser mit manuellem Fokus sind alles andere als Schnappschusslinsen. Aber ich liebe die Kontraste und die Schärfe dieser großartigen Linsen, so dass ich einigen Zeitaufwand pro Foto in Kauf nehme.
Die Zukunft – keine Ahnung! Vielleicht bin ich irgendwann von Schlepperei und dauerndem Objektivwechsel so genervt, dass ich meine Festbrennweiten wieder in den Schrank stelle. Doch momentan bin ich sehr sehr happy mit dem, was ich habe.
Angetan hat es mit das brandneue Voigtländer Norton 50 mm mit der unglaublichen Anfangsblende 1.0. Eigentlich ist es mir zu teuer, aber der „haben wollen Faktor“ lässt sich manchmal schwer kontrollieren.

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